Nuklearmedizin
Als Nuklearmedizin bezeichnet man die Anwendung von offenen radioaktiven Stoffen in medizinischer Diagnostik, Therapie und Wissenschaft, das heißt es werden Funktionen bzw. Fehlfunktionen des Körpers mit radioaktiven Substanzen untersucht.
Nuklearmedizinische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nutzen die Darstellbarkeit von Stoffwechselprozessen bestimmter Organe bzw. Körperregionen nach Gabe schwach strahlender Substanzen aus. Die nuklearmedizinische Diagnostik weist gegenüber anderen bildgebenden Verfahren in der Medizin die Besonderheit auf, dass sich mit ihr exakte Informationen über die Funktion bzw. den Stoffwechsel der untersuchten Organe gewinnen lassen.
Nuklearmedizinische Verfahren werden beispielsweise in der Schilddrüsendiagnostik angewendet, bei der szintigraphischen Darstellung (Szintigraphie), aber auch in der Skelett-, Tumor- und Entzündungsdiagnostik verwendet. Die Knochen- oder Skelettszintigraphie zeigt beispielsweise Metastasen, Entzündungen und Verletzungen des Knochens. Szintigramme des Lymphsystems (z.B. Wächterlymphknoten bei Brusttumoren), der Nieren (Funktionsschwäche, Abfluss, Bluthochdruck), des Herzens (Infarktgefährdung, Myocardszintigraphie) und vieler Tumoren sind weitere nuklearmedizinische Untersuchungen.
Auch einige Therapien mit radioaktiven Substanzen lassen sich ambulant durchführen, z.B. die Radiosynoviorthese (RSO) bei Gelenkentzündungen und Schmerztherapien bei Skelettmetastasen.
Jährlich werden weltweit nuklearmedizinische Untersuchungen millionenfach durchgeführt und gelten daher als sicher und mit geringen Unannehmlichkeiten verbunden. Da die Untersuchungssubstanzen (radioaktive Isotope bzw. radioaktive chemische Verbindungen, sogenannte Radiopharmaka) in äußerst geringen Mengen verabreicht werden und sich in der Regel kaum von den natürlich im Organismus vorkommenden Stoffen unterscheiden, wird die Funktion der untersuchten Organe praktisch nicht beeinflusst, nur beobachtet.