Radiologie / Nuklearmedizin
Historie
Geschichte zur Entwicklung des Röntgeninstituts
an der Frankenburgstraße in Rheine
 

Ein genaues Datum für die Gründung der ersten radiologischen Praxis in Rheine lässt sich nicht exakt angeben.

Bereits vor der eigentlichen Gründung der Röntgenpraxis gab es an gleicher Stelle eine Praxis, welche Dr. Röckerath, als Radiologe und Gründer der neuen radiologischen Praxis in den frühen fünfziger Jahren übernommen hat.

 

Nach geglückter Etablierung wurde das Nachbargrundstück gekauft und 1956 das

neue Praxisgebäude an der Frankenburgstr. 22 gebaut wie auch sein damaliger Wohnsitz nebenan an der Sprickmannstr. Dr. R. hat die Praxis bis 1978 geleitet.

In der Anfangszeit hatte die Praxis einen diagnostischen und einen strahlentherapeutischen Zweig. Darüber hinaus wurden in einem der Kellerräume in der Anfangszeit auch EKG’s geschrieben.

Zeitweise betreute Dr. R. eine damals noch arbeitende Strahlentherapieabteilung im Mathias-Spital. Eine weitere Nebentätigkeit des Dr. R. war die Lehrtätigkeit an der Berufsschule in Rheine.

Während der besten Zeiten sollen die monatlichen Fallzahlen bei 360 bis 400 Patienten gelegen haben.

In den siebziger Jahren kam es durch Einführung der Endoskopiemethoden zu einem Rückgang der gastroenterologischen Röntgenuntersuchungen. Dieser Rückgang wurde allerdings durch die sich rasch entwickelnde Mammographie zur Untersuchung der weiblichen Brust aufgefangen.

Eine große Innovation im Rahmen des technologischen Fortschrittes stellte der Einbau eines ersten Bildverstärkers–Fernsehkette im Durchleuchtungsraum sowie die Inbetriebnahme einer automatischen Entwicklungsmaschine dar.

Im Jahre 1978 hat Dr. Richard Kretzschmar als junger Radiologe die Röntgenpraxis von Dr. Röckerath übernommen. Mit dem Inhaberwechsel erfolgte neben baulichen Maßnahmen und Aufgabe der Strahlentherapie der nächster Modernisierungsschritt.

Die Sonografie und die Nuklearmedizin wurden als neue Methoden eingeführt. Zudem wurden ein neues Durchleuchtungsgerät mit Schichtoption und Fernsteuerung sowie eine neue Entwicklungsmaschine installiert.

Mit den Anwachsen der Patientenzahlen wurde aber die Raumnot, unter dem der Praxisbetrieb zunehmend zu leiden hatte, immer offensichtlicher. Hinzu kamen Mitte der achtziger Jahre neuartige Auflagen der Gewerbeaufsicht hinsichtlich des Strahlenschutzes in der Nuklearmedizin.

Nunmehr wurde amtlich vorgeschrieben, den auf die Keller– und Erdgeschossräume verteilten Betrieb auf einer Ebene zusammenzulegen. Da dies ohne weitere erhebliche Umbauten ( u.a. wurde eine Vertiefung des Kellers erwogen ) nicht zu bewerkstelligen war, wurde der Mietvertrag gekündigt mit dem Ziel, die Praxis in die Innenstadt zu verlegen.

Dies erübrigte sich, als nach Dr. Röckeraths plötzlichem Tod 1988 Frau Röckerath das Praxisgebäude zum Kauf anbot. Durch den Erwerb des damaligen Praxisgebäudes konnten nun notwendige Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen in Angriff genommen werden.

Zu diesem Zeitpunkt konnte Dr. Rudolf Cordesmeyer 1990 als erster Partner gewonnen werden.

Der Umbau und die Erweiterung der Praxis erfolgte dann Anfang der neunziger Jahre unter der Leitung des Rheinenser Architekten Herrn Terhorst. Der Praxisbetrieb wurde damals trotz Aufstockung des Gebäudes um eine weitere Etage, lediglich nur für zwei Wochen unterbrochen.

Bereits seit 1984 lief ein Antragsverfahren hinsichtlich der neuen Schnittbildmethoden, verbunden mit Kooperationsbemühungen mit dem Mathias-Spital. Am 01.01.1990 war die erste Etappe schließlich erreicht. Der erstmals in Rheine am Mathias-Spital installierte Computertomograph wurde in einer neuartigen Krankenhaus-Praxiskooperation betrieben.

Die Einführung der modernen Schnittbildverfahren in der ambulanten Diagnostik übernahm Dr. Cordesmeyer.

1993 konnte Dr. Carlos Hartung als weiterer Partner für die Praxis gewonnen werden. Mit seinem Eintritt in die Praxis wurde dann das Verfahren der Kernspintomographie als weiteres modernes diagnostisches Schnittbildverfahren erstmals in Rheine etabliert. Im Bereich der Computertomographie konnte er sehr früh das Verfahren der CT-gesteuerten periradikulären Therapie zur Behandlung von degenerativen und postoperativen Schmerzsyndromen an der Wirbelsäule als ambulante Leistung in Rheine etablieren.

2003 wurde ein zweites 1,5 Tesla Kernspintomograph installiert und in einer Gerätekooperation mit dem Mathias-Spital betrieben. Seit September 2008 haben wir nun ein weiteres 1, 5 Tesla MRT in Betrieb genommen.

Aufgrund der ständig wachsenden Anforderungen und Patientenzahlen wurde zeitgleich Anfang 1994 ein neues Spiral-CT installiert.

Schon im Jahr 1997 wurde dieses Gerät durch einen neuen schnelleren und weitaus leistungsfähigeren Computertomographen ersetzt. Im März 2007 wurde nun der aktuelle Mehrschicht (16) Spiral-CT (MSCT) installiert.

1997 konnte die Gemeinschaftspraxis das erste digitale Röntgenarchiv implementieren. Somit konnte der Raumbedarf für die Archivierung von Röntgenbildern erheblich reduziert werden. Die Kapazität des aktuellen Archivierungssytems beträgt 7,5 Terrabyte.

Im Jahr 2000 ist der Seniorpartner Dr. Kretzschmar nach 22-jähriger ununterbrochener Tätigkeit aus der Gemeinschaftspraxis ausgeschieden.

An seiner Stelle sind Dr. Detlef Aumann, Arzt für Diagnostische Radiologie und Dr. Maik Biedermann, Arzt für Nuklearmedizin und Diagnostische Radiologie in die Gemeinschaftspraxis eingestiegen.

Dr. Aumann ist seitdem im Bereich der konventionellen Radiologie tätig sowie im Bereich der Schnittbildverfahren Computertomographie und Kernspintomographie.

Dr. Biedermann übernahm die nuklearmedizinische Abteilung im Mathias-Spital für die Durchführung von ambulanten Untersuchungen.

Er konnte in der Folge die Myokardszintigraphie in der ambulanten Praxis etablieren.

Zusätzlich wurde neben dem gesamten Spektrum der diagnostischen Nuklearmedizin einschließlich der Positronen-Emissions-Tomographie auch die ambulante Radiosynoviorthese aller Gelenke als therapeutisches Verfahren eingeführt. Darüber hinaus ist Dr. Biedermann auch im Bereich der Schnittbildverfahren Computertomographie und Kernspintomographie tätig.

Seit 2006 ist die Gemeinschaftspraxis gleichzeitig als zertifiziertes Zentrum für Mammographiescreening anerkannt. Unter der Leitung von Dr. Cordesmeyer arbeitet unsere Abteilung überregional mit den radiologischen Praxen in Greven und Ibbenbüren zusammen.

Da seit dem ersten Umbau der„alten Praxis“ im Jahr 1990, trotz angemieteter Flächen im Mathias-Spital, der Platzbedarf immer größer wurde, entstand erneut die Idee eines Praxisneubaus. Die Lösung, die sich nach Einigung mit dem Mathias-Spital anbot, war der Bau einer kompletten neuen Etage über den bereits angemieteten Flächen.

Nach Baubeginn im Oktober 2007 konnten wir die neuen Räumlichkeiten im Juni 2008 beziehen und somit die gesamte Praxis mit Ausnahme der Mammographie und der Sonographie an einem Ort zusammenführen. Mit dem Umzug wurde die konventionelle Radiologie komplett modernisiert und mit Geräten der neuesten Generation ausgestattet.

Alle Modalitäten arbeiten vollständig digital. Die erzeugten Bilder werden alle in einem zentralen Digitalarchiv gespeichert und sind jederzeit an jedem Arbeitsplatz verfügbar.

Zur Verstärkung des Ärzteteams ist Dr. med. Patric Bell, Facharzt für Diagnostische Radiologie mit Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie, zum 01. April 2010 in die Gemeinschaftspraxis eingestiegen. Sein Schwerpunkt ist die Neuroradiologie und moderne Schnittbildgebung mittels Kernspintomographie und Multidetektorcomputertomographie.

 

Stand: April 2010

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